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Dienstag, 2020-08-04

CONvenient Bio Energy

Nachhaltige Entwicklung im Energiebereich ist ein wichtiger Aspekt für Frauen und Männer. Dennoch sind Frauen auf allen Entscheidungsebenen extrem unterrepräsentiert. Ebenso werden Frauen als Zielgruppe für die Planung und den Betrieb der Heizsysteme nicht wahrgenommen. „CON-BioEnergy“ ist ein „FEMtech FTI-Projekt“ und wird nun erstmals Genderaspekte beim Betrieb von Biomasseheizsystemen untersuchen.

Ausgangssituation

Frauen sind angefangen von der politischen Weichenstellung bis hin zur kompetenten Wissensvermittlung im Sektor Energie stark in der Unterzahl gegenüber ihren männlichen Mitstreitern. Und das obwohl viele Umfragen zeigen, dass Frauen ein höheres Interesse an Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung haben. Seit Heizsysteme für Holzbrennstoffe Einzug in die Haushalte gehalten haben, verzeichnet die Biomassebranche ein stetiges Wachstum. Heute sind modernste Feuerungssysteme auf dem Markt, wobei nicht nur Biomassekessel, sondern auch Kachelöfen ständiger Weiterentwicklung unterworfen sind. Erstaunlich ist allerdings, dass Frauen in ihren unterschiedlichen Lebensrealitäten als Zielgruppe für die Planung und den Betrieb der Heizsysteme nicht wahrgenommen, geschweige den einbezogen werden. Die Erfahrung aus der Energieberatung und aktuellen Studien zeigen, dass Frauen sehr viel Umweltbewusstsein besitzen. Sie sind maßgeblich an der Entscheidung hin zum nachhaltigen Heizsystem beteiligt. Sobald die Systementscheidung getroffen ist, treten Frauen jedoch in den Hintergrund und überlassen Männern die Wahl über Typ und Konzeptionierung des Heizsystems.

Inhalte und Ziele

Es wird die These aufgestellt, dass die Bedienung eines Biomassesystems (Brennstofflogistik und –zufuhr, Reinigung, Funktionskontrolle, Einstellung der Taktung, etc.) nicht nur ausschließlich aus männlicher Perspektive entwickelt wurde sondern, dass vor allem im „Komfortaspekt“ des laufenden Betriebes nicht auf die Bedürfnisse von Frauen und ihrer Lebensrealität geachtet wird. „CON-BioEnergy“ untersucht erstmals Genderaspekte beim Betrieb von Biomasseheizsystemen im Detail. Es soll die Frage beantwortet werden, warum technisch nicht affine Personen davor zurückschrecken sich mit Systemen auseinander zu setzen und dadurch letztendlich auf die Vorteile verzichten, die ihnen dadurch erwachsen würden.

Ziel des Projekts „CON-BioEnergy“ ist, dazu beizutragen Frauen den Zugang zu Biomasseheizungen zu erleichtern und neue Konzepte für eine höhere Identifikation mit der Technik der Heizanlage und ihrer Bedienung zu entwickeln.

Ablauf

Zur Erlangung der wissenschaftlichen Erkenntnisse werden zu Beginn umfangreiche Befragungen durchgeführt. Basierend auf diesen Ergebnissen werden Modell-Lebensrealitäten identifiziert, die im Detail erforscht werden. Dazu sind Feldstudien und Simulationen unter Testbedingungen geplant, aus denen Lösungskonzepte für Unternehmen abgeleitet werden können, die auf die Bedürfnisse und Erwartungen der AnwenderInnen abgestimmt sind. „CON-BioEnergy“ wird beispielgebend für die gesamte Biomassebranche sein – „Erfolg durch Einbeziehung von Genderaspekten“. Als MultiplikatorInnen werden sowohl EnergieberaterInnen, als auch KesselherstellerInnen, HafnerInnen und deren Interessensvertretungen (z.B. „Kachelofenverband“, „propellets Austria“, etc.) in den Prozess eingebunden. Dadurch ist sichergestellt, dass die Ergebnisse die Zielgruppen tatsächlich erreichen.

Ergebnisse

Der Zugang des Projekts „CON-BioEnergy“ ist neu in der Biomassebranche, somit ist das Ergebnis nicht absehbar. Es wird jedoch zur Bestätigung oder Verneinung der aufgestellten These führen und somit richtungsweisend für die nächsten Schritte sein. Die Ergebnisse dieses Teils des Projekts sind zur Veröffentlichung vorgesehen. Zu diesem Zweck wird der Beratungs- und Entscheidungsvorgang visualisiert. Durch gendergerechte Aufarbeitung der Unterlagen soll in Zukunft der Zugang zu den richtigen AnsprechpartnerInnen für beide Geschlechter erleichtert werden. Zeichnet sich während der Projektarbeiten ein Bedarf ab, so könnten zum Beispiel spezielle Leitfäden für EnergieberaterInnen erarbeitet werden. Eine offene Diskussion und gendergerechte Kommunikationsformen werden mittelfristig zu einer verstärkten Einbeziehung von Frauen in den Markt und als Professionistinnen führen.

Die Ergebnisse aus den KundInnenbefragungen und den Messungen werden für eine intensive Ursachenforschung genutzt und im Rahmen eines ExpertInnen-Workshops bearbeitet. Als Abschluss dieser Projektphase wird ein Lösungskonzept erstellt bei dem die Beantwortung folgender Fragen im Vordergrund steht:

  • Welche Barrieren werden von NutzerInnen der unterschiedlichen Lebensrealitäten beim Betrieb von Biomassesystemen wahrgenommen?
  • Wie kann die Bedienungssituation gendersensibel optimiert werden?

Die Projektergebnisse werden in Form von Publikationen zusammengefasst und an fachspezifische, nationale und internationale Medien und Multiplikatoren ausgesandt werden. Die geplante Veröffentlichung des Erfolgs des Projekts wird Vorbildwirkung für die ganze Biomassebranche besitzen.

 

Projektpartner

„CON-BioEnergy“ wird in Kooperation folgender ProjektpartnerInnen durchgeführt:

  • „Österreichisches Forschungsinstitut für Chemie und Technik“ (ofi) - Projektkoordination
  • „Bioenergy 2020+ Gmbh“ (BE2020+)
  • „AEE Arbeitsgemeinschaft ERNEUERBARE ENERGIE NÖ Wien“ (AEE NÖ Wien)
  • „Österreichischer Kachelofenverband“ (KOV)

 

Auftraggeber

Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT)

Dienstag, 2010-06-01 10:00 Alter: 10 Years